Neue Medien: Die „TagesWoche“ aus Basel

Die Schweizer Sprache fasziniert hochdeutsche Ohren seit jeher durch oft seltsam anmutende Ausdrücke wie „Bus-Chauffeur“ oder „parkieren“. Da verwundert es nicht, dass ein neues Basler Medium mit dem – zunächst ebenfalls gewöhnungsbedürftig klingenden – Titel „TagesWoche“ unsere ganze Aufmerksamkeit erregt. Entstanden ist das Blatt aus den Querelen um den – und als Gegenpol zum – Marktführer „Basler Zeitung“. Journalisten wechselten die Fronten und gründeten die „TagesWoche“. Ende Oktober ging’s los.

Hinter dem Namen steckt ein interessantes Konzept. Es folgt der Überzeugung, dass eine lokale Zeitung nicht mehr zwingend täglich in klassischer, gedruckter Form erscheinen muss. Tagesaktuell berichtet die 16-köpfige Redaktion ausschließlich online: Über Facebook, Twitter, Soundcloud sowie die eigene Webseite, die unter anderem mit zehn redaktionellen Blogs aufwartet: Vom Kinoprogramm bis zur Diskussion über die Zukunft der Medien.

Dass Interaktion mit dem Leser durchaus erwünscht ist, zeigt nicht nur die Kommentarfunktion, die bei der TagesWoche die Bezeichnung „Einloggen und einmischen“ trägt, sondern auch die Tatsache, dass sich der Sitz des Medium mitten in der Basler Altstadt befindet. Tendenziell geht der Branchentrend ja eher zum Druck- und Verlagszentrum auf der grünen Wiese.

Die gedruckte Variante erscheint einmal wöchentlich und enthält – im Gegensatz zur Internet-Präsenz – vertiefende Hintergrundinformationen, welche die Online-Berichterstattung ergänzen. Während das komplette Angebot im Netz gratis zur Verfügung steht, ist die Print-Version der „TagesWoche“ im Abonnement oder am Kiosk käuflich erwerbbar. Rund 3.000 Abonnements hat die Zeitung zum Start am 28. Oktober 2011 bereits an den Mann gebracht.

Neben der Teilung von tagesaktueller Online- und hintergründiger Print-Berichterstattung kann die „TagesWoche“ mit einem weiteren Novum aufwarten: Um Abonnements-, Klick- und Verkaufszahlen muss sich die Redaktion (jedenfalls für die kommenden vier Jahre) nämlich keine Sorgen machen. Hinter dem Projekt steht die milliardenschwere Roche-Erbin Beatrice Oeri. Sie finanziert die „TagesWoche“ über eine Stiftung.

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