Der Urlaub wird auf der Map entschieden

Vorfreude ist für mich ein wichtiger Teil des Urlaubs – vielleicht sogar genau so bedeutend wie die Reise selbst. Was gibt’s Schöneres, als sich schon Wochen oder sogar Monate vor der Abreise so richtig in die Thematik rein zu fuchsen und sich auszumalen, was man vor Ort alles tun und anschauen kann? Der Spaß begann für mich früher mit dem Kauf eines Stadtplans und Reiseführers im Buchladen. Mein Smartphone hat jedoch die Reisevorbereitung und die Planung vor Ort in letzter Zeit grundlegend revolutioniert – mit Google Maps.

Lückenlose Vorbereitung:

In keiner Stadt lassen sich die Dienste der App so ausgiebig nutzen wie in San Francisco, der selbsterklärten Heimat von jeglichem technologischen Fortschritt. Schon bei der Planung erwies sich Google Maps am heimischen Rechner als perfekter Helfer. Besonders in fremden Metropolen möchte man ja ganz gerne einmal sehen, wie das Viertel aussieht, in dem man sich einquartiert. Auch die Online-Portale zur Vermittlung von Privatunterkünften wie Wimdu oder Airbnb wissen die Dienste von Google Maps für sich und ihre User einzusetzen. So lässt sich sofort die Location der jeweiligen Wohnung auf der Karte betrachten und somit rausfinden, wo sich die nächste Ubahn-Station oder der nächstgelegene Supermarkt befindet. Und auch Google Street View lässt sich perfekt für die Entscheidung sowie für die Planung im Vorfeld nutzen. Wir konnten uns beispielsweise schon vor der Buchung ein Bild von der Umgebung machen und darüber, ob uns das Viertel schon rein optisch zusagt. Und wir hatten die Möglichkeit, virtuell von der Couch aus durch die Straßen zu fahren und so zum Beispiel herausfinden, ob eine Route sich für das Fahrrad eignet oder wo sich der perfekte Donut-Laden befindet. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Umgang mit der Privatsphäre in den USA übrigens etwas laxer als hierzulande. Deswegen sind Häuser in der Regel nicht verpixelt – für die Anwohner in vielen Fällen sicher ärgerlich, für den Besucher überaus angenehm.

Ah, so sieht sie also aus – die Harrison Street!

Kleiner Helfer vor Ort:

Eingemietet hatten wir uns schließlich in einer netten Stadtwohnung in einem typischen viktorianischen Häuschen im Mission District, einem Viertel, das seit einigen Jahren regelrecht boomt und von Zugezogenen  von einer ehemaligen Schmuddelecke in ein angesagtes Viertel verwandelt wird. Stadtplaner sprechen neudeutsch von Gentrification. Und genau solche gentrifizierten Gegenden sind es, die sich mit Tools wie Google Maps und einem Android-Handy oder iPhone am besten erkunden lassen. Unser Urlaubsdomizil hatte kostenloses WLAN, deswegen ließ sich schon vom Sofa aus alles wunderbar planen. Und auch wenn wir auf der Straße kein Internet nutzen konnten, da uns die Roaming-Gebühren zu teuer erschienen, konnten wir auch im Offline-Modus die zuletzt aufgerufenen Karten sehen.

Und so funktioniert’s: Man zoomt den eigenen Aufenthaltsort einfach ran und erkennt im Falle des Mission Districts an den Einträgen von Shops und Restaurants sofort, welche Straße der Hotspot ist. In dieser Gegend entpuppte sich zum Beispiel die Valencia Street als wahre Fressmeile. Indisch, Koreanisch, Libanesisch, Italienisch – alles da! Man klickt beispielsweise auf ein Restaurant, das einen interessiert und zieht sich über das Bewertungsportal Qype die Meinungen der letzten Besucher auf‘s Handy. Google selbst liefert die ungefähre Preisangabe dazu. Wir haben uns für Indisch entschieden.

Foto auf Google Maps vom Udupi Palace und die passende Bewertung einer Qype-Userin:


Und wie kommt man hin? Auch kein Problem, denn Google spuckt wahlweise die Route per Wagen oder zu Fuß samt einer ziemlich genauen Zeitangabe aus. Auto hatten wir keines und zu Fuß dauerte es geschätzte 17 Minuten, also wollten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Hierzulande ist die Routenplanung mit Bus und Bahn leider noch nicht möglich, aber im Entstehungsland von Google und Co. listete die App uns minutiös alle Busverbindungen kreuz und quer durch San Francisco auf. Siehe da, der Bus brachte uns quasi von Tür zu Tür und das in rund fünf Minuten. Die Abfahrtszeiten liefert Google auch gleich mit. Dass der Bus dann 10 Minuten zu spät kommt – dagegen kann Google Maps natürlich auch nichts tun!

Wo geht’s lang? Beispiel für einen integrierten Busfahrplan und einen Routenvorschlag auf Google Maps in San Francisco.


Fazit:

Wer sein Smartphone liebt, für den erweisen sich Dienste wie Google Maps, Google Street View und Bewertungsportale wie Qype als wahrer Traum in fremden Metropolen.  Die Zeit für die Orientierung schrumpft auf ein Minimum und man kann schon zuhause herausfinden, welche Ecke man auf keinen Fall versäumen möchte.

Einen Stadtplan habe ich mir dennoch gekauft – schon alleine aus nostalgischen Gründen!

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