Ein Koffer in der (ITB) Warteschleife

War es ein mutiger, cleverer oder total verrückter Selbstversuch? Ein ganztägiges Kofferschleppen am ersten ITB-Messetag vor Augen, kam mir die scheinbar zündende Idee: Warum nicht den relativ unbekannten Postservice nutzen und den Koffer für nur 13,90 Euro zum Hotel in Berlin voraussenden? Die Zustelldauer wurde von Postseite mit nur einem Tag angegeben. Um etwas Puffer zu haben, schickte ich ihn mit etwas Vorlauf auf die Reise.

Beschwingt und leicht bepackt ging es Mittwoch morgen erst zum Flieger, dann zum Messe-Shuttle, weiter auf das Messegelände und am Abend ins Hotel. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich das ein oder andere Mal innerlich frohlockte, wenn wieder ein Messebesucher mit schwerem Gepäck an mir vorbeizog. Doch an der Rezeption folgte das böse Erwachen: Weit und breit kein Koffer in Sicht. Tief durchatmen war angesagt, dann trat „Plan B“ in Kraft: Ein schneller Abstecher zum Drugstore und in die nächstgelegene Boutique. Nun doch kräftig bepackt und um so manchen Euro leichter, waren die ITB-Outfits gesichert. Zuhause wurde der Ehemann als „Koffer-Detektiv“ eingespannt. Es folgten von seiner Seite viele Telefonate und letztlich die Nachricht, dass der Koffer im System der Post offiziell als „verschollen“ eingestuft wurde.

Wo der für die ITB vorgesehene Koffer wohl gelandet ist?

Wo der für die ITB vorgesehene Koffer wohl gestrandet ist?

Nun bin ich wieder glücklich zuhause und stelle erstaunt fest, dass mein Koffer eine unglaubliche Bereicherung für die diesjährige ITB dargestellt hat – obwohl er gar nicht da war. Er sorgte ungewollt für allerhand Gesprächsstoff in meinem Messeumfeld. Ich hörte viele spontane und unterhaltsame Koffer-Geschichten. Und hatte mein primäres Ziel erreicht: Das Schleppen von schwerem Gepäck blieb mir bei der An- und Abreise erspart. Noch dazu musste ich erstaunt feststellen, wie wenige Utensilien für einen Messebesuch tatsächlich notwendig sind.

Ich habe jetzt ein Jahr Zeit, um meine „Gepäck-Strategie“ für die ITB 2013 zu optimieren. Und bin für konstruktive Vorschläge sehr dankbar. Ach ja, meinem lieben Koffer wünsche ich, dass er eine ebenso gute Zeit mit vielen wertvollen Erfahrungen und Erkenntnissen hatte wie ich … und so langsam, mein Freund, könntest Du auch die Heimreise antreten – wo auch immer du bist!

PS: Und nein, ich habe in Berlin keinen Koffer gekauft, um meine Einkäufe nach Hause zu bringen. Sie fanden Platz im Gepäck einer Kollegin.

PPS: Liebe Ute, es tut mir ernsthaft leid, dass Du dadurch noch mehr schleppen musstest!

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11 Gedanken zu „Ein Koffer in der (ITB) Warteschleife

  1. Cross fingers: ich habe bei einer Airline mal 2 1/2 Wochen auf meinen Koffer gewartet – und als er dann kam war die Freude riesengroß, denn den hatte ich samt Inhalt de facto abgeschrieben!

  2. Das kenne ich – während meiner Hotelzeit haben das viele Gäste genutzt – die Koffer sind auch iein paar Tage vor Anreise bereits eingetroffen. Ein zweiter Versuch?
    Oder mit einem anderen Versandunternehmen verschicken…

  3. Mach es einfach wie weiland Mr. President: Einfach einen Koffer in Berlin im Hotel deponieren und dann freudig ausrufen: Ich hab noch einen Koffer in Berlin! – und wenn der andere noch ankommt, sind es eben zwei.

  4. Bin mal auf den Malediven ohne Klamotten und Tauchtasche dafür aber mit meiner Golfausrüstung gelandet. Die haben mich vielleicht doof angeschaut… Nach drei Tagen kam das Gepäck dann nach. Bis dahin habe ich mich mit einer stylischen Kollektion aus dem Inselshop über Wasser gehalten.

  5. Also eines muss man ja sagen….das Kofferschleppen wurde tatsächlich vermieden. Fürs nächste Jahr empfehle ich den Koffer jemanden vertrauenswürdigen (zb. Verband) einfach mitzugeben eine Art befreundeter Lieferdienst 😉

  6. Ja, ich habe ihn zurück! Und werde in 2013 vielleicht den Lieferservice des Verbandes nutzen – danke Michi, für das Angebot 🙂 oder ich packe einfach weniger ein. Bei fast jedem Teil dachte ich mir: „Dich hätte ich auch nicht angezogen in Berlin!“

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