Europameisterschaft 2012 in der Ukraine – weniger als 30 Tage bis zum Anpfiff

Der Countdown läuft. In 28 Tagen ist es wieder soweit – 16 Fußballmannschaften ringen um die Ehre, Europas Nr. 1 zu werden. Seit 2007 bereiten sich zwei osteuropäische Länder, Polen und die Ukraine, vor, die Gäste zur Fußball-EM 2012 zu empfangen. Noch nie fanden die Spiele so weit im Osten statt, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und nun ist es nur noch ein Monat bis zum Anfang dieser besonderen Zeit voller Emotionen, Zusammenhalt, Wetten und einfach großen Spaß. Seit 1998 lebe ich in Deutschland und es ist längst zu meiner zweiten Heimat geworden. Dennoch schlägt mein Herz zur Hälfte für die Ukraine, das Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Daher freut es mich sehr, dass die Europameisterschaft in der Ukraine stattfindet.

Ukrainer sind ein sehr gastfreundliches Volk. Ein uralter Brauch mit orientalisch-asiatischer Herkunft besagt, den Gästen muss das Beste von zu Hause angeboten werden. Selbst wenn andere Gesetze nicht immer stramm eingehalten werden, dieses gilt als heilig und bei Heiligkeit kennen sich Ukrainer sehr gut aus, schließlich ist die goldene Kirchenkuppel unser Markenzeichen.

Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale von Kiewer Höhlenkloster. Foto: Kyiv city administration

Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale von Kiewer Höhlenkloster. Foto: Kyiv city administration

Wer Kiew mal besucht hat, erzählt noch Monate danach über die unzähligen Kirchen und Klöster mitten in der Stadt. Die Älteste von ihnen – die Sophia Kathedrale – ist aus dem Jahr 1037. Ihr Inneres bietet Abkühlung im heißen Sommer für den Körper und einen Hafen der Ruhe in den stürmischen Zeiten für die Seele. Hier verhüllen sich selbst die schönsten Frauen, die sich am Abend in Königinnen der Nacht verwandeln und verstecken ihre feurigen Blicke. In zahlreichen ukrainischen Diskotheken und Clubs bringen sie Männer zum ehrfürchtigen Staunen über ihre Schönheit und machen dabei spielend jeder Castingshow für Models Konkurrenz.

Verkäuferin in einem Kiosk. Foto: Vitaliy Syromyatnikov

Verkäuferin in einem Kiosk. Foto: Vitaliy Syromyatnikov

Jede der vier ukrainischen Städte, in denen die Fußballspiele ausgetragen werden, hat etwas Eigenes und Besonderes zu bieten.

Während Kiew als historische Hauptstadt gilt, ist Charkiw mit ihren 80 Hochschulen,  darunter 17 Universitäten und neun Akademien, das Zentrum für Bildung und Kultur.

Geschichte trifft Moderne: Blick auf Maria-Schutz-Kloster, 1689, Charkiw. Foto: Olena Weissgerber

Geschichte trifft Moderne: Blick auf Maria-Schutz-Kloster, 1689, Charkiw. Foto: Olena Weissgerber

230.000 Studenten sorgen für Stimmung, Kreativität und freies Denken. Charkiw liegt ganz östlich an der Grenze zu Russland. Ihr Pendant Lemberg oder ukrainisch Lwiw zeigt die Nähe zu Westeuropa mit schönen Barock- und Jugendstil-Bauten, wie dem berühmten Opernhaus und dem Hauptbahnhof. Die Stadt ist seit 1998 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerben und sie erinnert leicht an Wien.

Altes Lwiw. Foto: ukraine-lviv.npage.eu

Altes Lwiw. Foto: ukraine-lviv.npage.eu

Eine Hochburg der Industrie und des Geschäftslebens ist Donezk im Südosten der Ukraine. Trotz massiver industrieller Landschaft und Kohleverarbeitung ist die Metropole sehr grün und heißt „die Stadt der Millionen Rosen.“ Hier empfängt die Gäste und die Spieler das neue Stadion „Donbass Arena“, von der UEFA mit fünf Sternen klassifiziert.

Donbass Arena. Foto: www.weltfussball.de

Donbass Arena. Foto: http://www.weltfussball.de

Die Ukraine ist auf ihre Art gemütlich und abwechslungsreich. Nah und exotisch zugleich, bietet sie für jeden Geschmack etwas ganz Neues, und das wörtlich. Die Küche spiegelt die Vielfalt wider  – denn jede Region hat ihre eigenen Gerichte. Hier findet man eine Mischung aus südlichen, östlichen und dem deutschsprachigen Gaumen vertrauten Speisen. Ukrainer lieben gutes Essen und machen daraus beinahe etwas Magisches. Schande über die Hausfrau, die keine zwei Sorten Borschtsch kochen kann oder ihre Familie mit Fertiggerichten ernährt. Rezepte werden von Generation zu Generation weitergegeben und jede Köchin hat ihr eigenes Geheimnis.

Wie in jeder spannenden Geschichte gibt es auch bei der EM 2012 unglaubliche Wendungen, Höhen und Tiefen, böse Königinnen und Räuber aus dem Wald. Aber zum Glück kommen bald je elf Ritter aus 16 Ländern und zaubern uns ein schönes Sommermärchen. In nur noch weniger als 30 Tagen.

Europatag in Kiew. Foto: Kyiv city administration

Europatag in Kiew. Foto: Kyiv city administration

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6 Gedanken zu „Europameisterschaft 2012 in der Ukraine – weniger als 30 Tage bis zum Anpfiff

    • Ich kann es kaum noch abwarten: Nur noch 28 Tage bis zum Start!
      Deutschland, in den Ukrainen, ein Sommermärchen? Ich drücke Jogis Jungs beide Daumen!

    • Danke Radana! Ich weiß, Du kannst am nächsten nachempfinden! Schliesslich sind wir dierekte Nachbarn! Und nicht nur im Büro:-).

  1. Exotisch trifft es absolut! Die Pressereise nach Kiew war wirklich eine Reise in eine andere Welt und jeder war ganz begeistert von den kulturellen Schätzen und dem tollen Nachtleben. Und natürlich dem schönen neuen Fairmont Grand Hotel Kyiv. Jetzt bleibt abzuwarten, welche Eindrücke die Besucher der EURO mit nach Hause nehmen und ob die Stadt ihr Potenzial nutzt. Let’s see…

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