Die Metropolen aus der zweiten Reihe

Die Städte der zweiten Liga und ihre Vorzüge

Paris, Rom, London – das sind bei Weitem nicht alle Metropolen, die in Europa was zu bieten haben. Auch die Städte der „zweiten Liga“ – wie ich sie gerne nenne – sind einen Besuch wert. Sie sind oft deutlich günstiger und haben meist noch einen weiteren Vorteil: Man ist nicht überall von Touristenscharen umgeben und kann die Stadt um einiges entspannter genießen. Meine persönlichen Gedanken zu den Metropolen, die noch nicht jeder gesehen hat:

Es gibt ein Frankreich abseits von Paris:

LYON: Lange Schlangen vorm Eiffelturm, tausende Kameras vor Sacré Coeur. Eine echte Alternative in Frankreich ist Lyon. Deutlich überschaubarer, aber ebenfalls überaus sehenswert. Die Altstadt sowie ein Teil der Halbinsel zwischen Saône und Rhône sind UNESCO-Weltkulturerbe und strotzen vor gemütlichen Cafés und Restaurants. Vom Essen versteht man hier was: Nicht umsonst befinden sich gleich fünf Restaurants von Starkoch Bocuse in der Stadt.

MARSEILLE: Ok, zugegeben – die Stadt hat ihr Potenzial zur Trendstadt noch nicht ganz ausgeschöpft, dennoch stellt sie eine spannende Option zum eher beschaulichen Nizza dar. Der Titel als diesjährige Kulturhauptstadt hat Marseille einen Schub nach vorn verpasst. Dennoch: Auch wenn Galerien und Kiez-Cafés aus dem Boden sprießen, hat die Stadt nach wie vor mit massiven sozialen Problemen und einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen. Es bleibt aber auf jeden Fall spannend.

Es muss nicht immer Rom sein:

BOLOGNA: Vielleicht geht es nur mir so, aber was habe ich mich schon über die Kellner in der italienischen Hauptstadt geärgert. Wer muss sich schon anstrengen, wenn jedes Jahr Millionen von Besucher über eine Stadt hereinbrechen? Nette Abwechslung bringt Bologna: Viele junge Leute, stylische Boutique-Hotels und ein gastronomisches Angebot, das selbst in Italien seinesgleichen sucht.

Vesuv unter Wolken - am Fuße eines Vulkans liegen nur wenige Städte...

Vesuv unter Wolken – am Fuße eines Vulkans liegen nur wenige Städte…

NEAPEL: An dieser Stadt scheiden sich wahrscheinlich die Geister. Als Ausgangspunkt für Pompeij, Capri, Ischia und die Amalfi-Küste ist die Stadt ja kein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte. Dennoch würde kaum jemand einen klassischen City-Trip übers Wochenende hierher unternehmen. Ich habe es letztes Jahr getan und hatte sehr gemischte Gefühle. Ein gewisses Schmuddel-Image kann Neapel ähnlich wie Marseille kaum abschütteln. Dennoch gibt es hier unglaublich viel zu entdecken, darunter prachtvolle alte Palazzi, die unter anderem als Wohnhäuser dienen.

Spanien besteht nicht nur aus Barcelona und Madrid:

VALENCIA: Kein Zweifel – ich liebe Barcelona. Keine Stadt vermittelt mir ein ähnliches Sommer-Flair. Aber was die Freude immer wieder trübt , sind die exorbitanten Preise für Hotels und Ferienapartments. Echte Vorteile bietet da Valencia. Vor der Immobilien-Krise hat es hier einen wahren Boom an Renovierungen gegeben. Das Ergebnis ist eine Fülle an günstigen und gleichzeitig schicken Wohnungen – teilweise mit Dachterrasse oder Garten. Und einen Strand hat die Stadt auch noch. Der liegt zwar nicht so zentral wie in Barcelona, lädt aber dennoch zu langen Tagen in der Sonne ein.

Auch Hauptstädte können Geheimtipps sein:

Zu Schade, um nur auf die Inselfähre zu hüpfen: Athen

Zu Schade, um nur auf die Inselfähre zu hüpfen: Athen

ATHEN: Diese Stadt kann ich gar nicht genug in den Himmel loben. In der jüngsten Vergangenheit hat Athen ja beinahe nur noch negative Schlagzeilen gemacht. Dabei ist die Metropole wohl eine der unterschätztesten Hauptstädte auf dem Kontinent. Auch die Fachzeitschrift fvw berichtete bereits darüber, dass diese Stadt sich kaum als Hotspot für City-Reisen promotet. Dabei hat sie absolut das Zeug dazu: tolles Wetter – selbst im Winter – eine Vielzahl an Museen, gutes Essen; das sind ja eigentlich schon genügend Gründe. Wer Angst hat, hier als Deutscher schief angeschaut zu werden, den kann ich beruhigen. Die Athener freuen sich über jeden Besucher!

BUKAREST: Übers Wochenende nach Prag oder Budapest – klar: völlig normal. Aber nach Bukarest? Zugegeben: Nicht die erste Adresse für einen City-Trip. Dabei sprechen für die rumänische Hauptstadt starke Argumente. Die Preise für ein Fünf-Sterne-Hotel sind so günstig wie in KEINER anderen Hauptstadt Europas, eventuell vielleicht in Warschau. Während sich die polnische Hauptstadt aber mittlerweile richtig rausgeputzt hat, versprüht Bukarest noch ein richtig ausgeprägtes Ost-Flair. Gleichzeitig sind die Menschen offen und herzlich, das Essen deftig und das Party-Leben ausgelassen. Sollte man mal gesehen haben!

Welche Städte sind Eure Geheimtipps? Welche haben Euch eher enttäuscht? Über Anregungen freuen wir uns!

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2 Gedanken zu „Die Metropolen aus der zweiten Reihe

  1. Hallo,

    ich bin auch großer Fan von schönen Städten, die touristisch noch nicht so überlaufen sind.

    Mir liegt da immer noch Dubrovnik am Herzen, bin mir aber nicht sicher, ob ich dort in eine von Touristen überlaufenen Ort, mit allerdings echt wunderschönen Bauwerken, geraten könnte.

    Ich habe bekannte in Marseille, die dort in einer PR Agentur arbeiten.

    Vielleicht sollte ich meine Sprachkenntnisse ein wenig erweitern und mal ein halbes Jahr dort etwas in Richtung Public Relations machen.

    Auch die Nähe zu Nizza klingt da überaus interessant.

    Vielen Dank für die tollen Ideen.

  2. Für mich war Zaragoza in Spanien eine echte Überraschung. Ein toller Park mitten in der City, sehr nette Menschen und eine phantastische Gastronomie.
    Bei Marseille kann ich mich nur anschließen – finde ich persönlich deutlich interessanter als das etwas verträumte Nizza.

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