Wenn ein Meeting auf Bayerisch wäre, würde es nur halb so lang dauern…

Von der Notwendigkeit des Business-Bayerisch in der PR-Branche

„Ja vareck“ (Übersetzung: Auf diese Wendung der Dinge waren wir nicht hinreichend vorbereitet). Wilde &Partner gibt jetzt Bayerisch-Unterricht! Obwohl die Agentur gerademal aus einer Handvoll Original-Bayern besteht, wird nun wieder mehr darauf geachtet die bayerische Mundart zu erhalten. Positiver Nebeneffekt: Die Meetings werden kürzer.Bei Wilde &Partner geht es bunt zu. Außer echten Münchner Kindl finden sich natürlich auch viele andere Nationalitäten unter den Kollegen: Russen, Italiener und natürlich diverse „Zuagroaste“ aus dem Norden oder Osten Deutschlands. „Sog bloß“ (Übersetzung: Entspricht diese Darstellung wirklich den Tatsachen?)

Workshop für Zuagroasten

Workshop für Zuagroaste

Mit diesem interessanten Mix hat sich Hochdeutsch als sprachlicher, gemeinsamer Nenner etabliert. So weit, so gut! Aber: Wo bleibt unsere Mundart? Als Münchner Agentur sollten wir einen Beitrag leisten zur Arterhaltung einer aussterbenden Sprachspezies. Business-Bayrisch war der rettende Einfall – umgesetzt im wöchentlichen Agentur-Jour-fixe mit allen Mitarbeitern. Positiver Nebeneffekt: Die Meeting-Dauer wurde auf 30 Minuten reduziert bei gleicher Qualität.

Stundenlanges Ärgernis über unqualifizierte Kollegen und fordernde Kunden wurde ersetzt durch: „Wer hot eam eigentlich ins Hirn gschissen“. Zu Kollegen und Kunden, die den langersehnten Feierabend mal wieder um etliche Stunden nach hinten verlegen wollen, sagt man jetzt einfach: „Do schiabt se heit nix mea“. Kollegen, die für manch ein schwieriges Problem eine Lösung finden konnten, lobt man ab jetzt mit: „Gäh weida.“ Über etwas überdimensionierte Kundenwünsche kann man sich entweder stundenlang auslassen oder die Sache mit einem „A so a narrischa Kampe, a narrischa“ abschließen.4

Die Bayern mögen vielleicht manchmal grantig wirken, aber sie kommen auf den Punkt. Anstatt sich mit langen Floskeln aufzuhalten nach Ende eines Brainstormings oder Meetings: „Damit schließen wir die Veranstaltung. Wir danken allen Teilnehmern für ihre wertvollen Beiträge, ihre Mühe und ihr Engagement. Im Falle von Rückfragen werden wir wieder auf Sie zukommen“ wird einfach ein „Sammas?“ ans Ende einer jeden Besprechung gesetzt. Wenn ein Kunde mal wieder überraschend vor der Tür steht, dann reicht ein „Eha“ oder bei dem unangemessenen Verhalten eines Kollegen ein „Host eam gseng.“

Im Business-Bayerisch zu reden fördert das Betriebsklima und es steigert definitiv die Produktivität. „Damit schließen wir die Veranstaltung. Wir danken allen Teilnehmern….Oh, nein, halt!!!“ – „Oiso, sammas?

Für Eifrige, die nicht genug kriegen vom Business-Bayerisch, noch ein paar einfache Übungssätze, natürlich mit Übersetzung:

  • Den, wann i dawisch.
    Bei dem nächsten Team-Meeting werde ich das Problem noch einmal ansprechen.
  • So a varreckts Glump.
    Derzeit besteht ein Qualitätsproblem
  • Gäh weida!
    Und Sie konnten für das komplizierte Problem eine Lösung finden?
  • Aba heid nimma!
    Es ist uns heute leider nicht mehr möglich, morgen setzen wir uns gleich als erstes daran.
  • Ziefan, bläde!
    Die Zusammenarbeit mit Karrierefrauen gestaltet sich manchmal etwas schwieriger.

von Lisa Maier, Praktikantin bei w&p Wilde & Partner

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