Dschungelcamp – Augenschmaus oder Augengraus

Das Dschungelcamp ist in aller Munde und liefert eine Menge Diskussionsstoff für Medieninteressierte. Auch bei uns wird das Thema natürlich kontrovers diskutiert…

Outings sind ja momentan groß in Mode – daher oute ich mich jetzt selbstbewusst als Dschungelfan. Ex-Viva-Moderator Nils Bokelberg hat es meiner Meinung nach kürzlich treffend formuliert: Während dieser zwei bis drei Wochen, in denen RTL’s C-Promis über den Bildschirm flimmern, erscheinen mir Alltagssorgen fern und meine Abendgestaltung dreht sich tatsächlich fast ausschließlich rund um „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“. Da können Kritiker sagen, was sie wollen – es gleicht für mich einfach einer hochspannenden Sozialstudie, wenn elf mehr oder weniger bekannte Teilnehmer in ein Camp gesteckt werden, um angesichts von Hunger, Schlafentzug und Ekelprüfungen nach und nach ihr wahres Ich zu enthüllen.

Image

Ein Graben geht durch die Nation – am Dschungelcamp scheiden sich die Geister. Fotoquelle: commons.wikimedia.org

Dabei habe ich mich von sonstigem Trash-TV eigentlich weitgehend abgewendet. Casting-Shows gehen mir seit Jahren ebenso auf den Zeiger wie der Großteil von Seifenopern oder aalglatte Bachelor-Schnösel. Bei Reality-Soaps wie „Berlin Tag und Nacht“ tut mir bereits das Durchzappen weh. Aber beim Dschungelcamp kann ich mich einfach nicht erwehren. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es mit gut zwei Wochen zeitlich begrenzt ist und nur einmal im Jahr stattfindet.

Ein Graben geht durch die Agentur:

Kurz vor dem Finale am morgigen Samstag haben wir agenturintern eine Umfrage gestartet und gesehen, dass unser Team bei diesem Thema ebenso gespalten ist wie die ganze Nation. Acht weitere Kollegen geben zu, dass sie das Dschungelfieber gepackt hat und jeden Abend an den Bildschirm fesselt. Ebenfalls acht Mitarbeiter zappen nur mal zufällig drüber und verfolgen das Geschehen eher nebenbei. Stolze 18 Kollegen finden das Format allerdings absolut unter aller Kanone. Löblicherweise greifen diese Vertreter abends eher zum Buch oder haben ihren Fernseher prinzipiell schon abgeschafft wie unsere Kollegin Ute. Wieder andere überbrücken die zwei bis drei Wochen, indem sie DVDs mit Spielfilmen und Serienstaffeln einlegen. Unser Chef meidet die Show ebenfalls und ist der Meinung, wir hätten im Büro schon genügend Dschungel – auch etwas dran, wenngleich ohne Ekelprüfung. Manche Kollegen werden zuhause übrigens ähnlich fremdbestimmt wie die Insassen des Camps. So berichtet eine Vertreterin des Hotelteams zum Beispiel, jeden Abend zum Gucken gezwungen zu werden – à la Clockwork Orange sozusagen.

Image

Auch ein Büro gleicht manchmal einem Dschungel – Kakerlaken bin ich allerdings noch nicht begegnet! Fotoquelle: de.wikipedia.org

Ich persönlich zweifle ja daran, ob jeder der Kollegen ehrlich geantwortet hat, denn bei solchen Themen spielt bekanntermaßen soziale Erwünschtheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und beim Trash-TV ist es nicht viel anders als bei der Bild-Zeitung: Millionen kaufen sie – aber keiner will sie gelesen haben…

In diesem Sinne: Schönes Finalwochenende!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s