Auf der Suche nach dem Leprechaun in Irland

Ob Irland im März zu kalt ist, ob „Ale“ schmeckt und ob man wirklich kleine Kobolde sieht, erzählt unsere Gastautorin Katharina in einem Blogbeitrag, die kürzlich zum ersten Mal einen Abstecher auf die grüne Insel gemacht hat…

Nachdem schon so viele Freunde und Bekannte bekennende Irland-Fans sind und ein Wilde-Kollege sogar schon 11-mal dort war, habe ich mich mit einer Freundin – beide eingefleischte England-Fans – aufgemacht, um die grüne Insel im März abseits der Touristenströme kennenzulernen. Mit einem Mietwagen sind wir durch die Gegend gefahren und sind von Dublin über Cork und den Ring of Kerry bis nach Galway und zurück gefahren. Um uns den Urlaub zu refinanzieren, haben wir unterwegs auch stets die Augen nach einem Leprechaun, ein zwerghaftes Wesen aus der irischen Mythologie und gleichzeitig das Wahrzeichen Irlands, Ausschau gehalten. Denn derjenige, der es schafft ihm das Geheimnis des Ortes zu entlocken, wo er seinen Schatz versteckt, bekommt einen Topf voll Gold vermacht. Aber so sehr wir auch die Augen offen gehalten haben und an Brücken, wo sie sich nach Auskunft der Einheimischen gern verstecken, besonders achtsam waren – es wollte sich einfach keiner finden, der uns sein Gold überlässt. Also dann doch MasterCard und Visa.

Dublin mit Blick auf die Four Courts. ©Veronika Kießwetter

Dublin mit Blick auf die Four Courts. ©Veronika Kießwetter

Die Reise fing schon gut an: Mit verlorener Chipkarte im Navi mussten wir uns altmodisch mit Straßenkarte behelfen und das Linksfahren bzw. Linksschalten ließ Fahranfängergefühle wieder aufkeimen, sodass unser Roadtrip von Anfang an wahrlichen Abenteuercharakter aufwies. Unsere erste Station Dublin hatte unser Herz leider nicht im Sturm erobert. Die Stadt hat zwar einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber wir mussten unsere geführte Tour leider wegen fünf Grad, Wind und irischem Quer-Regen vorzeitig abbrechen. Das Viertel Temple Bar ist unsere Meinung nach eher was für Spring-Breaker und Studenten Anfang Zwanzig. Der uns angebotene Pub-Crawl durch zehn Pubs mit „Free Shots“ zu jedem Pint haben wir auch dankend abgelehnt und uns lieber ein traditionelles Pub mit Live-Musik gesucht. Vielleicht hat sich die Hauptstadt auch einfach nicht von seiner besten Seite zeigen können. Nachdem wir dann auch die eher schmucklose Westküste hinter uns gelassen hatten, kamen wir nach Cork, das unserer Meinung dann das geboten hat, was Dublin nicht hatte: enge Gassen mit netten Reihenhäuschen, alte Gebäude gemischt mit modernen Bauten, ein sympathischer Stadtkern zum Bummeln und sogar ein Buttermuseum.

Die Stadt Cork und der River Lee. Dublin mit Blick auf die Four Courts. ©Katharina Sickora

Die Stadt Cork und der River Lee. ©Katharina Sickora

Von dort führte uns die Reise nach Killarney, ein nettes Städtchen am Eingang des berühmten „Ring of Kerry“, wo uns ein Einheimischer darauf hingewiesen hat, dass es dort im Sommer mit zig Touristen wie in Las Vegas zugeht und ansonsten ja eigentlich ganz idyllisch ist. Die Anzahl der vielen B&B’s hat uns die Las Vegas Theorie dann bestätigt, aber wir fühlten uns dort sehr wohl: urige Pubs, nette Restaurants und eine gemütliche Innenstadt. Am nächsten Morgen machten wir zuerst einen Stopp im Muckross House, das sehr idyllisch im Killarney National Park am Muckross Lake gelegen ist. Die schrullige Führerin hat sich wunderbar in das Interieur eingefügt und uns ziemlich unterhaltsam durch die Räumlichkeiten geleitet.

May I present: Muckross House Die Stadt Cork und der River Lee. Dublin mit Blick auf die Four Courts. ©Katharina Sickora

May I present: Muckross House. ©Veronika Kießwetter

Anschließend sind wir mit einer Short-Stopp-Policy die Strecke des Ring of Kerry mit engen Kurven und schmalen Straßen mit interessanten Ausweichmanövern entlang gedüst und genossen unterwegs atemberaubende Ausblicke auf den Nordatlantik. Die Natur ist sicherlich zu späterer Jahreszeit etwas grüner, aber typisch irische Cottages und schöne Dörfer auf dem Weg machen die Strecke auch im März sehenswert.

Unterwegs auf dem Ring of Kerry. ©Katharina Sickora

Unterwegs auf dem Ring of Kerry. ©Katharina Sickora

 

Kurze Pause auf dem Ring of Kerry. ©Katharina Sickora

Kurze Pause auf dem Ring of Kerry. ©Veronika Kießwetter

Weiter nördlich übernachteten wir dann in Limerick und fuhren von dort aus zu den „Cliffs of Moher“ – mein persönliches Highlight. Zuerst waren wir von der extrem gut ausgebauten touristischen Infrastruktur vor Ort etwas überrascht (Parkplatz mit Häuschen zum Bezahlen und Schranken, großes Besucherzentrum in die Cliffs gebaut, breite geteerte Wege), aber schließlich müssen die Besucheranstürme im Sommer auch bewältigt werden und eigentlich war es ganz charmant gelöst. Die Klippen selbst waren beeindruckend: bis zu 200 Meter senkrecht ins Meer abfallend, mit hohen Wellen, die dagegen peitschen und ein kräftiger Wind, der einem kalt um die Ohren pfeift. Hier zeigt die Natur, was sie drauf hat!

Cliffs of Moher mit "der Hexe". ©Katharina Sickora

Cliffs of Moher mit „der Hexe“. ©Katharina Sickora

Achtung - nicht stolpern! ©Katharina Sickora

Achtung – nicht stolpern! ©Veronika Kießwetter

Dann wählten wir die idyllische Küstenstraße R477, die teilweise direkt am Meer entlangführt, für unsere Weiterfahrt nach Galway, die sehr empfehlenswert ist.

Auf der Küstenstraße R477. ©Katharina Sickora

Auf der Küstenstraße R477. ©Katharina Sickora

In Galway angekommen, erwartete uns ein kleines Städtchen mit mittelalterlichem Flair, alten Häusern und zahlreichen Restaurants und Shops. Allerdings hat man schnell alle Sehenswürdigkeiten gesehen und kann sich dann getrost den Pubs mit traditioneller, irischer Live-Musik widmen.

Innenstadt von Galway. ©Veronika Kießwetter

Innenstadt von Galway. ©Veronika Kießwetter

Auf dem Rückweg nach Dublin machten wir noch Halt beim Belvedere House am Lough Ennell nahe Mullingar besuchten. Die schönen Gartenanlagen und das liebevoll ausgestattete Herrenhaus war nochmal ein Highlight zum Schluss.

Belvedere House im Regen. ©Veronika Kießwetter

Belvedere House im Regen. ©Veronika Kießwetter

Zurück in Dublin mussten wir uns nach über 1.000 Kilometern von unserem liebgewonnenen Mietwagen trennen und traten nach einer interessanten Tour über die grüne Insel die Heimreise an. Fazit: Eine facettenreiche Insel mit traumhafter Natur, schönen und weniger schönen Städten, wo man mit Euro zahlen kann und (für uns sehr wichtig) trotzdem viele Ähnlichkeiten mit England genießen konnte. Wir kommen wieder, denn wir müssen schließlich sehen, ob es im Norden genauso schön ist, wie im Süden.

Hier noch einige Tipps:

  • „Irish Breakfast“ ist mit Blutwurst und Bohnen nichts für zarte Mägen. Hier lieber auf Rührei oder Müsli zugreifen.
  • Den Ring of Kerry im Uhrzeigersinn befahren, denn Busse dürfen auf Grund der engen Straßen nur gegen den Uhrzeigersinn fahren und verursachen somit so manchen Stau.
  • Essen gehen ist relativ teuer. Man kann mit Menüs vielleicht ein wenig sparen, vor allem als „Early Bird Menu“ zwischen 17.30 Uhr und 18.30. Aber meist sind die Hauptgänge völlig ausreichende Portionen.
  • Irisches Ale – nach Aussage des Barkeepers „the best thing“ – ist für einen Deutschen eher gewöhnungsbedürftig. Von grauenvoll bitter bis hin zu fruchtig oder nicht definierbar im Geschmack haben wir uns durchprobiert und kamen zum Entschluss, dass das eher nichts für uns ist…
  • Besuche von Museen, Herrenhäusern oder historischen Stätten lohnen sich trotz der oftmals etwas teureren Eintritte. Wir waren von netten Führern, interaktiven Ausstellungen und der schönen Darstellung von historischen Requisiten immer begeistert.
  • Internetflat für das Ausland ist nicht nötig. Es gibt überall W-Lan: vom Bus bis zum Pub.
  • Die irische Sprache ist ein Rätsel, aber macht das Land mit zweisprachigen Schildern charmant. Falls jemals ein Einheimischer dazu auffordert den typischen irischen Satz „pog mo hon“ (pog ma hone) zu wiederholen, sollte man davon absehen. Da bietet man nämlich seinem Gegenüber an, dass er seinen Allerwertesten küssen soll.
Beer Tasting im Pub. ©Katharina Sickora

Beer Tasting im Pub. ©Katharina Sickora

Katharina Sickora, w&p Wilde & Partner Public Relations

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