Wie die Wilden den Mauerfall erlebten

Als ich neulich für ein Wochenende in Berlin war, begegnete mir der Mauerfall vor 25 Jahren auf Schritt und Tritt. Zahlreiche Plakate, Vorher-Nachher-Fotografien und eine ganze Reihe von Ausstellungen deuten derzeit in jeder Faser der Bundeshauptstadt auf das außergewöhnliche Jubiläum hin. Den Jahrestag am 9. November habe ich nicht nur dazu benutzt, mich selbst mal wieder zu erinnern, wie ich den Mauerfall seinerzeit erlebt habe, sondern habe auch die Gelegenheit ergriffen, die Kollegen nach ihren Gefühlen und Erinnerungen an damals zu befragen:

Einige sind naturgemäß zu jung, um sich die Bilder aus dem Fernsehen von damals noch ins Gedächtnis zu rufen. Ich selbst war zehn und muss ebenfalls zugeben, dass meine Erinnerung an die Bilder im Fernsehen eher schemenhaft ist. Woran ich mich aber gut erinnere: Als ich in der Tagesschau zum ersten Mal die Karte des wiedervereinigten Landes sah. Katrin Engelniederhammer weiß dagegen zum Beispiel noch genau, wie sich das „Ost“- gegen das „West“-Sandmännchen durchsetzte und Birte Deppe hat noch den singenden David Hasselhoff vor Augen.

Quelle: GetYourGuide

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Spannend sind natürlich die Erinnerungen der Kollegen, die 1989 nicht mehr im Kinderalter waren. Marion Krimmer hatte seinerzeit zum Beispiel eine Brieffreundin in der DDR. Daher erlebte sie die Veränderungen anhand eines Einzelschicksals mit. Unsere Sabine Schmid arbeitete zur Zeit der Wende in der Schweiz und erinnert sich, dass sie auch dort nach dem Fall der Mauer immer mehr Bürgern aus den neuen Bundesländern begegneten.

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Unser Chef Thomas Wilde hielt sich in dem denkwürdigen Moment in Österreich auf und erinnert sich, dass ihm damals die Tränen kamen. Yvonne Molek war ebenfalls dort und entschied sich, kurz darauf nach Berlin zu fliegen, um sich ein Stück der legendären Mauer zu sichern. Zudem erinnert sie sich lebhaft an die steigende Trabi-Quote auf Deutschlands Autobahnen zu jener Zeit.

Im Team haben wir auch eine Reihe von Kollegen aus den neuen Bundesländern, deren Erinnerung mich natürlich mindestens genauso interessiert hat. Andrea Franke erfuhr vom Fall der Mauer erst am nächsten Morgen und erinnert sich noch genau, dass viele Mitschüler an diesem Tag fehlten. Zudem hat sie noch im Gedächtnis, wie auf einmal Pepsi, Coca Cola und Barbies in den Regalen der Geschäfte Einzug hielten.

Quelle: GetYourGuide

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Die neue Produktvielfalt brannte sich auch unserem Kollegen Ulf ins Gedächtnis ein. Er war damals neun Jahre alt, daher bedeuteten ihm Milka, Nesquik und Co. zunächst mehr als die neu gewonnene Freiheit, die Welt zu bereisen. Besonders gut erinnert er sich an den exotisch-neuartigen Duft nach Waschmittel in dem Laden, wo seine Familie einkaufte. Juliane Fischer hatte bereits vor der Wende mehrmals die Montagsdemonstrationen mit ihren Eltern besucht und erfuhr sozusagen durch den Tratsch in ihrem Dorf vom Fall der Mauer. Blitzschnell versammelte sich die Familie vor dem Fernseher, um die News zu verfolgen.

Noch weiter östlich hat nur unsere Kollegin Olena Weissgerber den Fall der Mauer erlebt. Sie war damals nämlich in der Ukraine zuhause und hörte von den Ereignissen im Radio. Für sie ist das Datum daher eng verknüpft mit dem Zusammenbruch der damaligen Sowjetunion.

Uns interessiert: Wie sieht es bei EUCH aus? Wie habt IHR die Erlebnisse damals erlebt?

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