Plastikgeld: Welche Airline-Kreditkarte sich für wen lohnt

Im Supermarkt, beim Restaurantbesuch oder an der Tankstelle komfortabel bargeldlos zahlen und gleichzeitig Meile für Meile dem nächsten Freiflug näher kommen: Dieses verlockende Versprechen machen Airline-Kreditkarten. Richtig eingesetzt können sie bares Geld wert sein.

Delta_MasterCard_500x315

Mit der Kreditkarte von Delta Air Lines kommt der Silber-Status im Vielfliegerprogramm SkyMiles im ersten Jahr automatisch.

Die Fluggesellschaft Delta Air Lines hat Anfang des Monats nun auch eine eigene Karte für Kunden in Deutschland auf den Markt gebracht: Die „SkyMiles Kreditkarte“. Das Prinzip ist denkbar einfach: Inhaber sammeln pro ausgegebenem Euro eine bestimmte Anzahl von Meilen im Vielfliegerprogramm der Airline und können diese beispielsweise in Freiflüge einlösen oder Flüge anteilig mit Meilen bezahlen. Soweit so branchenüblich. Doch die Leistungen der Delta-Karte zum Beispiel umfassen im ersten Jahr automatisch den „Silver Medallion Status“, also das Silber-Level im Vielfliegerprogramm SkyMiles. Dieses wiederum berechtigt zu einem Rabatt auf das Upgrade von der Economy Class in den bequemeren „Economy Comfort“ Bereich mit größerem Sitzabstand und erweitertem Catering-Angebot.

Für Reisende, die auch nur auf einem einzigen Hin- und Rückflug von dem kostenpflichtigen Upgrade Gebrauch machen, hat sich die Investition in die Kartengebühr von 29,99 EUR pro Jahr bereits gelohnt: Sie sparen dank des Silver Medallion Rabatts rund 33 Euro beim Upgrade-Kauf. Fliegt der Karteninhaber innerhalb eines Jahres häufiger (mit Delta) über den Atlantik, lohnt sich die Karte noch mehr.

Für wen lohnt sich die Delta Kreditkarte? Für USA-Reisende, die etwas mehr Komfort suchen.

Ausgegeben wird die Delta-Kreditkarte von der Landesbank Berlin (LBB), dem nach Eigenangaben größten Anbieter sogenannter „Cobranding Credit Cards“ in Deutschland. Neben dem Plastikgeld von Delta kommen unter anderem auch die Karten von ADAC und Air Berlin von der LBB. Während letztere neben gewöhnlichen und eher entbehrlichen Leistungen wie dem Meilensammeln beim Einkaufen oder Extrameilen bei Autovermietungen wenig finanziellen Mehrwert bietet, profitieren bereits Inhaber der einfachen ADAC-Prepaid-Kreditkarte weltweit von einem Tankrabatt von einem Prozent. Das gilt zwar maximal bis zu einem jährlichen Tankstellenumsatz von 2.500 EUR, immerhin können Vieltanker aber alleine an der Zapfsäule 25 EUR pro Jahr sparen – bei einer Kreditkartengebühr von lediglich 24 EUR.

Für wen lohnt sich die ADAC-Prepaid-Karte? Für Autofahrer mit hohen Tankrechnungen.

Clever sparen lässt sich grundsätzlich bei vielen Airlines: Bei Inhabern der Germanwings Kreditkarte, die im ersten Jahr sogar beitragsfrei ist und ab dem zweiten Jahr lediglich 19,99 EUR kostet, reist jeweils ein Sportgepäckstück kostenlos mit. Normalerweise kostet der Transport von Golfgepäck oder Surfboard 50 EUR pro Strecke. Die Kreditkarte macht sich folglich bereits beim ersten Flug mit Sportausrüstung bezahlt. Wer regelmäßig von einem Mietwagen Gebrauch macht, ist mit einer Lufthansa Gold Card inklusive Business-Paket gut aufgehoben. Karteninhaber erhalten bei Neuantrag einen Gutschein für einen Wochenend-Mietwagen bei Avis, der sechs Monate gültig ist. Wert: rund 80 EUR. Außerdem ist über die Kreditkarte die Vollkasko-Versicherung bei Mietwagenbuchungen grundsätzlich inkludiert. Damit haben Karteninhaber selbst die Gebühr von satten 110 Euro pro Jahr bereits nach wenigen Mietwagenbuchungen wieder eingefahren.

Für wen lohnt sich die Germanwings-Kreditkarte? Für Europareisende mit Sportgepäck.

Weniger finanziellen Mehrwert bietet die Premium-Kreditkarte von British Airways, für welche Neukunden beim Abschluss eines Vertrags allerdings satte 20.000 Meilen erhalten. Dieser Betrag reicht zwar für zwei Hin- und Rückflüge von Deutschland nach Großbritannien, für welche aber jeweils pauschal 42,50 EUR an Steuern und Gebühren anfallen. Addiert mit der Jahresgebühr von 89 EUR ergibt sich pro Hin- und Rückreise ein Betrag von 87 EUR für das „Freiticket“ – ein Preis, der durchaus nicht viel günstiger ist als ganz reguläre Frühbuchertarife nach London. Richtig lohnenswert ist der Deal aber für echte Englandfans, die über die britische Hauptstadt zu eher exotischeren Flugzielen wie Aberdeen, Leeds oder Newcastle weiterreisen möchten. Zu diesen Zielen sind selten bis gar nie attraktive Spartarife verfügbar.

Für wen lohnt sich die British Airways Premium-Karte? Für Fans der britischen Provinz.

Kultstatus hat unter Vielfliegern die Kreditkarte von Diners Club, mit welcher Inhaber kostenlosen Zugang zu rund 500 Airport-Lounges weltweit erhalten, unter anderem zum „Berlin Airport Club“ am Flughafen Tegel oder in die „Hugo-Junckers-Lounge“ in Düsseldorf. Seit knapp zwei Jahren ist der Zugang an einen jährlichen Kartenumsatz von mindestens 3.600 EUR geknüpft, umgerechnet also 300 EUR pro Monat. Diese Umstellung sorgte Ende 2012 für ordentlich Ärger bei Vielfliegern, wenngleich das Unternehmen mit der Anpassung der Geschäftsbedingungen hauptsächlich gegen „Schnorrer“ vorgehen wollte, die zwar den kostenlosen Zugang zur Lounge nutzten, ansonsten aber keinerlei Kartenumsätze generierten. Die Jahresgebühr von 70 EUR haben Vielflieger rasch wieder eingespielt, wenn sie statt an überteuerten Flughafen-Restaurants zu speisen die jeweiligen Snackbars der Lounges plündern.

Für wen lohnt sich die Diners Club Karte? Für Vielflieger mit hohem Kartenumsatz.

Die Diners Club Karte wird übrigens nicht von Banken und Sparkassen, sondern ausschließlich durch das Unternehmen Diners Club direkt ausgegeben. Voraussetzung für den Erhalt der Karte ist eine ausführliche Bonitätsprüfung – mit positivem Ergebnis. Wer diese besteht, für den ist der jährliche Mindestkartenumsatz von 3.600 EUR für den Zugang zu kostenlosen Drinks, Chips und salzigen Erdnüssen in der Lounge vermutlich eh „Peanuts“.

Hinweis: Delta Air Lines und Germanwings sind Kunden von Wilde & Partner.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s