Likes durch Kakerlaken

Morgen steigt das große Finale des diesjährigen RTL-Dschungelcamps. Für elf vermeintliche Promis gehen zwei Wochen reichweitenstarker Eigen-PR zu Ende. Doch für wen hat es sich gelohnt – wer wurde nicht nur bekannt, sondern auch beliebt? Unser Kollege Mario Arnold hat sich die Social-Media-Accounts angesehen und wagt eine vorläufige Bilanz.

Das Dschungelcamp polarisiert – nicht nur in den Medien, sondern auch innerhalb unserer Agentur. Jahrelange Zuschauer stehen kritischen Skeptikern gegenüber. Daher bekenne ich mich gleich direkt: Ja, ich bin Dschungel-Fan! Die bis ins Detail perfekt inszenierte Unterhaltungsshow ist einfach ideal, um sich nach einem herausfordernden Arbeitstag passiv berieseln zu lassen.

Unabhängig von dem Konzept des Formats ist der PR-Effekt unbestreitbar immens – die Sendung hat sich als Katapult für zumindest kurzzeitige Bekanntheit erwiesen. So steigerte beispielsweise Dschungelqueen Olivia Jones vor zwei Jahren ihre Bekanntheit auf über 90 Prozent der Deutschen. Diese Eigen-PR ist die eigentliche Vergütung für die Semi-Promis am Lagerfeuer. Täglich schalten sechs bis sieben Millionen Zuschauer ein.

Und so haben in diesem Jahr tatsächlich alle Kandidaten sichergestellt, auf Facebook vertreten zu sein. Selbst Walter Freiwald hat sich extra noch kurz vor seinem Camp-Einzug ein Profil angelegt. Die Social-Media-Accounts werden dabei zum strategischen Tool der Imagebildung: Auch während der zwei netzfreien Wochen im Wald ließen die meisten ihre Fanseiten über ihr Management (z.B. Angelina Heger) oder von Freunden (z.B. Aurelio Savina) betreuen.

Im Bewusstsein der Wirkung der sozialen Medien versorgten die Kandidaten bereits während ihrer Reise nach Australien ihre Profile mit Dschungel-Content, bevor das Smartphone zwei Wochen abgegeben werden musste, so zum Beispiel Casting-Direktor Rolf Scheider:

Bildquelle: Facebook-Profil Rolf Scheider (www.facebook.com/pages/Rolf-Scheider)

Bildquelle: Facebook-Profil Rolf Scheider (www.facebook.com/pages/Rolf-Scheider)

Wer auf Scheiders Fanpage weiter scrollt, entdeckt, dass er seine Follower sogar schon während der Wochen vor dem Camp (Ayurveda-Schlankheitskur in Indien) an seinen Vorbereitungen teilhaben ließ. Auf anderen Profilen, wie z.B. dem von Rebecca Siemoneit-Barum, wurde um Anrufe gebuhlt, um länger im Dschungel bleiben zu dürfen. Das Team von Ex-Buchstabenfee Maren Gilzer nutzte die gesteigerte Aufmerksamkeit direkt zur Promotion ihrer Schmuckkollektion:

Bildquelle: Facebook-Profil Maren Gilzer (www.facebook.com/pages/marengilzer)

Bildquelle: Facebook-Profil Maren Gilzer (www.facebook.com/pages/marengilzer)

Die Bedeutung steigender Fanzahlen äußerten die Kandidaten auch vor laufender TV-Kamera. Es gab beispielsweise bereits nach wenigen Tagen im Urwald-TV-Studio eine fast schon rivalisierende Diskussion unter den Teilnehmern, wer denn wie viele Fans im Netz hätte. Die Follower-Zahl wurde als Indikator der eigenen Bekannt- und auch Beliebtheit angesehen. Doch wer konnte online wirklich punkten und seine Follower-Anzahl steigern? Hier ein Vergleich zwischen dem Tag vor dem Camp-Einzug (15. Januar 2015) und heute, dem Tag vor dem Finale (30. Januar 2015), jeweils Stand morgens:

Bildquelle: Eigene Recherche

Bildquelle: Eigene Recherche

Erste Auffälligkeit der Übersicht: Ausnahmslos alle „Stars“ konnten zulegen. Zweite Feststellung: Angelina Heger und Walter Freiwald sind die Dschungelkönige – zumindest wenn es um den Zugewinn an Fans auf Facebook geht! Die Platzierungsreihenfolge unter den Kandidaten hat sich jedoch kaum geändert. Mit Abstand bleibt Angelina Heger auf Platz 1 und mit ebenfalls viel Abstand interessieren sich noch immer nur wenige für Patricia Blanco. Sie belegt zum Camp-Einzug den letzten Platz im Ranking und konnte das bis zum Auszug nicht verändern. Wer schon einmal im Reality TV zu sehen war (z.B. Tanja Tischewitsch), brachte schon vorab eine starke Fanbase mit, konnte aber nochmal hinzugewinnen. Wer schon im TV eher wenig spannend wirkte, weist auch bei den Like-Zahlen nur moderates Wachstum auf (z.B. Jörn Schlönvoigt).

Australischer Regenwald / Bildquelle: Mario Arnold

Australischer Regenwald / Bildquelle: Mario Arnold

Die zahlenmäßige Entwicklung spiegelt jedoch auch einen weiteren Eindruck wieder, den viele Zuschauer bei der aktuellen neunten Staffel hatten: Irgendwie war es etwas langweiliger als sonst! So konnte Amtsinhaberin Melanie Müller – die Dschungelkönigin 2014 – ihre Fanbase vergangenes Jahr weitaus stärker steigern und schaffte es von ein paar tausend Likes auf eine halbe Million Facebook-Fans. Einen solch extremen Schub gibt es in diesem Jahr nicht. So gesehen sind alle oben genannten Zugewinne ein relativer Flopp.

Doch was bedeuten die dennoch durchweg gestiegenen Zahlen? Quantität ist sicher nicht alles. Aber zumindest signalisieren Online-Fans doch das generelle Interesse, dass die Menschen, die dort online den Like-Button gedrückt haben, gerne mehr von IhremLike-Button_Grafik ohne Urheberrechte Dschungelhelden mitbekommen möchten. Und zwar auch im Alltag, nämlich auf der Bahnfahrt zum Arbeit im Facebook-Newsfeed. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die #IBES-Kandidaten dieses Potential zu nutzen wissen.

Mario Arnold

(Bildquelle Titelbild: RTL / Stefan Gregorowius)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s