Vier Wochen KiTa Streik – eine tägliche Herausforderung

Im Beruf als PR-Berater hat man es mit vielen Krisen zu tun. Wir bereiten uns in Seminaren darauf vor und wissen: Das Wichtigste ist, in jeder Situation die Ruhe zu bewahren. Mit dem Kitastreik der vergangenen Wochen beschäftigte eine ganz neuartige Krise einige unserer Kolleginnen. Ihre Nerven wurden in dieser Zeit auf eine harte Probe gestellt. Ob Home-Office oder Hilfe durch Ehemann, Oma und Opa: Mit Birte und Kristina berichten zwei unserer Mitarbeiterinnen, wie sie mit der schwierigen Situation umgingen.

„Ich habe eine zweieinhalbjährige Tochter, die seit über einem Jahr eine städtische Krippe im Münchner Osten besucht. Ich arbeite in Teilzeit zu 70% und bin auf die tägliche Betreuung meiner Tochter bis zum frühen Nachmittag angewiesen. Daher war der KiTa-Streik der letzten Wochen eine enorme Herausforderung und Belastung für unseren Alltag.    

Glücklich schätzen können sich jene berufstätigen Eltern, bei denen Oma und Opa oder andere Verwandte in der Nähe wohnen, die die Betreuung des Nachwuchses übernehmen konnten. Meine Eltern wohnen zwar nicht direkt um die Ecke, aber sie pendelten immer wieder 80 Kilometer aus dem Allgäu nach München, um sich um meine Tochter zu kümmern, obwohl beide ebenfalls berufstätig sind. Die Tatsache, dass mein Mann regelmäßig Wochenendeinsätze hat, kam uns beim Streik zu Gute – er hatte somit auch unter der Woche mal ein oder zwei Tage frei und konnte sich um unsere Tochter kümmern.

Außerdem bot unsere Einrichtung eine Notgruppe an, auch hier konnten wir unsere Tochter unterbringen, als es wirklich keine andere Möglichkeit gab. Trotz der widrigen Umstände, hatten wir bisher Glück und mussten keinen Urlaub nehmen. Wäre der Streik noch in die fünfte Woche gegangen, hätten meine Schwiegereltern ihren wohlverdienten Urlaub abgebrochen.

Kochen mit PapaGrundsätzlich unterstütze ich die Forderung der Erzieher/innen nach einer höheren Lohneinstufung und besseren Wertschätzung ihrer Arbeit. Die qualitative Betreuung unserer Kleinsten ist schließlich ein enorm wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft und sollte entsprechend entlohnt werden. Wie viele andere Eltern frage ich mich aber, ob Streik in diesem Fall die geeignete Maßnahme ist. Denn ein Streik bringt vor allem etwas, wenn das bestreikte Unternehmen einen wirtschaftlichen Schaden hat und somit der Druck steigt. Den wirtschaftlichen Schaden bei diesem Streik hatten bisher vor allem die Eltern und deren Arbeitgeber. Ich kann nur hoffen, dass die derzeitige Schlichtungsphase zu einem erfolgreichen Abschluss kommt!“

Birte Deppe

Unsere Kollegin Kristina war ebenfalls von dem Streik betroffen. Sie ist rund 60 Prozent in Teilzeit tätig. In dieser Zeit besucht ihre 17 Monate alte Tochter seit Dezember letzten Jahres eine städtische Krippe im Münchner Westen. Während des KiTa-Streiks kümmerten sich vor allem die Großmütter um ihre Tochter. Zudem kam ihr Wilde & Partner mit einer flexiblen Einteilung der Arbeitszeit entgegen. Dies bestätigt wieder einmal mehr, dass die Auszeichnung der Agentur als familienfreundliches Unternehmen absolut gerechtfertigt ist.

„Ich glaube gern, dass die Erzieher für ihre Arbeit mehr Geld benötigen, denn der Beruf mit kleinen Kindern kostet viel Energie und Engagement. Die Leidtragenden des Streiks der vergangenen vier Wochen waren allerdings die Eltern, Großeltern und vor allem die Kinder – die kleinsten und schwächsten Personen unserer Gesellschaft.

sich mit Zeitunglesen die Zeit vertreibenIm Dezember wurde meine Tochter liebevoll in einer Münchner kommunalen KiTa eingewöhnt. Dann kam der Streik und die KiTa war vier Wochen lang geschlossen – wohin mit den Kleinen? Eine Notgruppe bot unsere KiTa nicht an – auch über den aktuellen Stand wurden wir leider nicht informiert. Viele Fragen beschäftigten uns in dieser Zeit: Was, wenn die KiTa für einen längeren Zeitraum geschlossen bliebe? Sollten wir für unsere 17 Monate alte Tochter lieber gleich eine private KiTa oder Tagesmutter suchen, wo wir aber auch wieder Zeit für die Eingewöhnung bräuchten? Und selbst wenn die KiTas nach einem langen Zeitraum wieder öffnen würden, müssten die Kleinen dann nicht auch wieder neu eingewöhnt werden? Ist Streiken wirklich der richtige und einzige Weg, um mehr Geld einzufordern? Kein Wunder, wenn sich in Deutschland immer mehr Menschen gegen Kinder entscheiden, denn so sieht ein kinderfreundliches Deutschland mit Sicherheit nicht aus.

Die beste Unterstützung bekamen wir von unseren Großmüttern. Beide mussten allerdings 400 bzw. sogar 600 Kilometer pro Strecke auf sich nehmen und ihre eigenen Pläne / Termine hinten anstellen. War dies nicht möglich, kam mir Wilde & Partner zum Glück mit flexiblen Modellen entgegen. Deshalb: Ein Hoch auf alle Großmütter, flexible Arbeitgeber und vor allem die Kinder, die das Ganze über sich ergehen lassen mussten.“

Kristina Radtke

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