Die VIR Online Innovationstage in Berlin

Bei den jährlichen Online Innovationstagen des VIR (Verband Internet Reisevertrieb e.V.) im Juni trifft sich das Who is Who der Online-Reisebranche. Wir waren vor Ort, um uns über die neuesten Entwicklungen dieser Industrie zu informieren.

Die zweitägige Veranstaltung im Marshall Haus der Messe Berlin begann spannend. Am ersten Vormittag prämierte eine Fachjury nämlich im Rahmen des Sprungbrett Wettbewerbs zunächst die besten Geschäftsideen etablierter Unternehmen. Dieses Jahr machte in dieser Kategorie das Team von Expedia das Rennen. Das hat nämlich einen Online-MICE-Planer entwickelt, der es Meeting-Planern noch leichter macht, Kongresse zum Beispiel mit unterschiedlichen Übernachtungswünschen zu koordinieren.

Am Nachmittag wählte die Jury  des Sprungbrett Wettbewerbs dann die aussichtsreichsten Ideen junger Start-Ups. In dieser Kategorie konnte das Unternehmen Beach Inspector (www.beach-inspector.com) die Gunst des Publikums für sich gewinnen. Die Idee der Gründer: Mittelfristig alle wichtigen Strände der Welt ausgiebig zu erfassen und es Usern anhand von Bildern, Bewertungen und Karten zu ermöglichen, den für sie jeweils besten Beach zu finden.

Nach einer Pause ging es abends kurzweilig weiter. Studentinnen der Hochschule präsentierten, wie sie sich die Arbeitswelt von morgen vorstellen. Flexibilität und Work-Life-Balance stehen bei der Generation Y bereits vor dem Start in die Arbeitswelt ganz oben auf der Wunschliste. Fazit für potenzielle Arbeitgeber: Wer im Kampf um Mitarbeiter Schritt halten möchte, wird sich auf diese Ansprüche einstellen müssen, denn die nächste Arbeitsgeneration scheint schon sehr genau zu wissen, was sie möchte und was nicht.

Nach der Siegerehrung des Sprungbrett-Gewinners hatten die mehr als 300 Besucher der VIR Online Innovationstage schließlich die Chance, in lockerer Runde zu netzwerken. Einige Teilnehmer nutzen diese Möglichkeit bis tief in die Nacht hinein.

Der zweite Tag der Veranstaltung bot einiges an fachlicher Anregung. Unter dem Titel Regulierung vs. Innovation berichtete Gerd Billen, Staatssekretär vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz zunächst, wie die Bundesregierung den Spagat zwischen Ideenförderung und notwenigen Beschränkungen schaffen möchte.

Im Anschluss debattierten zum Beispiel Vertreter des Taxi-Konkurrenten Uber sowie des Hotelverbands IHA anhand ihrer täglichen Praxis darüber, wie solch aufstrebende Player wie etwa airbnb die Branche verändern und wie die Branche sowie der Gesetzgeber ihrer Meinung nach damit umgehen sollten. Die Hotelbranche plädiert zum Beispiel weniger für erhöhte Regulierung bei der neuen Konkurrenz, sondern mehr für den Abbau der sie betreffenden Richtlinien. So müsse die Industrie seit Kurzem zum Beispiel für einen dritten Notausgang sorgen.

Es folgte ein Vortrag von Peter Spiegel vom Institut genisis, für den die Sharing Economy symptomatisch für die aktuellen Trends im Tourismus ist. Unter seinem Begriff WeQ fasste er zusammen, wie entscheidend soziale Innovationen für den anhaltenden Erfolg von Unternehmen sind.

Mindestens genauso interessant präsentierte sich der Vortrag von etventure-Gründer Philipp Herrmann. Der Geschäftsführer der Start-up-Schmiede referierte in der Manier eines Marc Zuckerberg über die Learnings aus drei Jahren Aufenthalt im Silicon Valley und was die Online-Reiseindustrie in Deutschland daraus lernen könne. Im Gegensatz zu Deutschland bestehe bei den Amerikanern beispielsweise größere Bereitschaft zum Scheitern wie etwa beim Launch einer neuen App.

In insgesamt vier Sessions wurden dieses sowie weitere Themen im Anschluss vertieft, bevor sich die Veranstaltung dem Ende zuneigte. Wer nun neugierig auf diese Inhalte ist, der sollte die Website des VIR im Auge behalten. In Kürze stellt der Verband die Vorträge nämlich auf die Seite, so dass auch alldiejenigen profitieren konnten, die nicht die Möglichkeit hatten, vergangene Woche selbst vor Ort zu sein.

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