Luxusgut Wasser

Wenn ich im Ausland im Restaurant esse, fallen mir drei Sachen immer wieder als deutlich günstiger auf als hierzulande. Das wären Wasser, Wein und Kaffee. Egal ob Spanien, Frankreich, Italien oder Griechenland: Gerade in Südeuropa scheinen diese Dinge fast den Status von Grundnahrungsmitteln zu haben.

In Rom erhält man eine Liter-Flasche Mineralwasser oft für 1,50 Euro zu seinem Essen. Dafür kriegt man in Deutschland nicht mal ein Glas. Auch der Wein ist oftmals verblüffend günstig für uns. Den Hauswein bekommt man häufig bereits zwischen zwölf und 15 Euro pro Flasche. Wer seine Ansprüche runterschraubt, kann hier und da sogar ein Fläschchen für zehn Euro ergattern. Hierzulande starten die Weine im Restaurant in aller Regel bei etwa 28 Euro. Kenner werden sicherlich sagen, dass die günstigen Tropfen nicht gerade Jahrgangsweine sind, aber eine teurere Variante kann ich bei Bedarf ja immer noch bestellen, wenn mir der Sinn danach steht.

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Bei Kaffee sieht es nicht viel anders aus. In München wundert sich praktisch kein Mensch mehr, wenn er für einen Cappuccino satte 3,50 Euro berappen soll. Den kriegt man im Ausland teils schon für zwei Euro weniger. Wir haben uns offensichtlich schon so an die hohen Preise bei Getränken gewöhnt, dass wir dazu bestenfalls die Augenbrauen hochziehen. Auch in den USA würde kein Mensch für sein Gläschen Wasser Preise wie in Deutschland zahlen. Da kommt das Eiswasser in der Regel automatisch und kostenlos bei der Bestellung dazu. Und neulich in Marokko bekam ich bei meinem Cappuccino für umgerechnet 1,50 Euro kurzerhand noch eine Flasche Wasser geschenkt. Wann sind insbesondere Wasser und Kaffee hierzulande ein derartiges Luxusgut geworden?

Bei Wein und anderen alkoholischen Getränken liegen wir im Vergleich mit einigen Ländern immerhin noch im Mittelfeld. Das weiß zum Beispiel jeder, der schon mal ein Bierchen in Singapur trinken wollte. Das kostet in den Bars und Hotels des Stadtstaates bis zu 14 Euro! Weine sind dagegen in den meisten Restaurants völlig unerschwinglich.

Interessant finde ich immer wieder, ob ein Land eher zum Bier oder Wein tendiert. In Frankreich ist letzteres praktisch immer die günstigere Variante. Und auch im italienischen Mailand musste ich neulich für ein Moretti-Bier schlappe sieben Euro berappen. Für Wein würden Wirte und Barbesitzer nicht solche Preise verlangen. Deutschland ist ja bekanntlich ein Bierland. Dennoch kratzt selbst in München der eine oder andere Gastronom für einen halben Liter Bier mittlerweile an der Vier Euro-Marke. Bis zu den 14 Euro in Singapur oder Dubai sind es aber zum Glück noch ein paar Euros hin….

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Ein Gedanke zu „Luxusgut Wasser

  1. Mein teuerstes Getränk war vor Jahren in St. Moritz ein 0,3l Becks in der Flasche für CHF 33… Einmal und nie wieder, aber unvergesslich, der Preis.

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