Öffentlicher Nahverkehr könnte so einfach sein

Innenraum, Außenraum, Zonen, Ringe – wer in München mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann schnell verwirrt werden. Bei ihrer letzten Reise nach London wurde das unserer Kollegin Veronika einmal mehr wieder klar…

 

Ich besitze ein Abo fürs Monatsticket, das macht die Sache leichter. Aber wenn mich Touristen vor einem Fahrkartenautomaten abfangen, kommt Panik in mir auf. Denn das Münchner Ticketsystem zu erklären…es überfordert mich. Und nicht nur mich, wie eine – meiner Meinung nach – repräsentative Umfrage in meinem Bekanntenkreis ergeben hat. Neben den verschiedenen Bereichen im (Groß)Raum München kommen nämlich auch noch die verschiedenen Ticketformen hinzu: Einzelfahr- oder Tageskarten für Singles oder Gruppen, Streifen-, Kombi-, Kongress- und Semestertickets, ermäßigte Tarife, IsarCard,…Whatever.

Da stellt man sich doch ab und zu die Frage, warum so kompliziert? Besonders, wenn ich in London unterwegs bin, schüttle ich innerlich nur noch den Kopf über Münchens Tarifsystem. In der britischen Hauptstadt ist das alles viel einfacher dank der Oyster-Card. Im Jahr 2003 eingeführt, ist die elektronische Fahrkarte inzwischen Teil des Alltags der Londoner. Ich habe mir vor einigen Jahren selbst eine Oyster-Card ausstellen lassen (an U-Bahn-Stationen gibt es die Karte sogar ganz unkompliziert am Automaten) und nutze sie immer noch.

Das System funktioniert ganz einfach. Die Karte wird am Automaten oder am Schalter mit einem bestimmten „Pay-as-you-go“-Betrag aufgeladen, bei jeder Fahrt registriert der Chip an den aufgestellten Kartenlesegeräten den Beginn und das Ende der Fahrt und zieht den fälligen Betrag ab. Vergisst man mal sich „auszuloggen“, wird der maximale Tages-Höchstbetrag abgezogen. Neben Pay-as-you-go gibt es auch die Option der sogenannten Travelcards, also Wochen- oder Monatskarten für die verschiedenen Londoner Zonen.

Es gibt auch spezielle Visitor Oyster-Cards für Touristen. Passend zur Royal Wedding von William und Kate wurde 2011 sogar eine eigene Version mit dem Verlobungsbild der beiden herausgegeben. Auch zum Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. gab es 2012 eine eigene, limitierte Oyster-Card.

Der Vorteil? Das System ist absolut simpel. Jeder Londoner weiß, in welcher Zone er wohnt, das ist bei Travelcards das einzige, das man wissen muss. Ansonsten lädt man die Karte immer wieder mit bestimmten Beträgen auf. Die Oyster-Card selbst läuft nicht ab, Restbeträge gehen nicht verloren. Und sie ist übertragbar. Die Karte ist für Tube (inklusive DLR – Docklands Light Railway), Bus, Zug – also praktisch alles – gültig. Sogar die Emirates Air Line, die Seilbahn über die Themse, akzeptiert die Oyster-Card.

London ist nicht die einzige Metropole mit einem solchen System. Auch in Amsterdam heißt es für die öffentlichen Verkehrsmittel: Chipkarte nicht vergessen. Mit der MetroCard hat auch New York eine elektronische Karte für U-Bahn, Busse und einige andere Transportmittel. Da fragt man sich, wann ist München endlich dran?

 

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