PR Ideen für eine bürgernahe EU

Egal wie man zum Brexit-Voting steht – klar ist: Die EU hat derzeit wahrlich kein gutes Standing bei vielen Bürgern. Immer wieder wird Kritik laut, die Union verkaufe sich selbst unter Wert. Doch warum ist das eigentlich so? Es sitzen doch sicher absolute PR-Profis in der Pressestelle von Brüssel. Auch wir sind mal in uns gegangen und haben uns ein paar nette Promotion-Ideen ausgedacht:

Die EU tut viel für ihre Bürger. Dass die Roaming-Kosten für die Handy-Nutzung gerade erst richtig nach unten gingen, haben wir der EU zu verdanken. Wenngleich dies auch wirklich sehr, sehr lang gedauert hat und eigentlich längst überfällig war. Die Zeit hätte man PR-technisch überbrücken können, indem man zeitweise an Promo-Ständen am Airport von Palma oder Heraklion EU-gebrandete Kuverts mit SIM Karten verteilt, die mit 20 Euro Guthaben gefüllt sind.

Was man an Aktionen für die Bürger Europas mitbekommt, sind aber leider eher Subventionen für Gemüse-Bauern oder Bergbau-Arbeiter. Freilich kommen diese dem durchschnittlichen Bürger des Kontinents auch irgendwie zugute, besonders gute Publicity lässt sich damit aber nicht erzeugen. Vom bekannten Neigungswinkel der Salatgurke wollen wir hier gar nicht anfangen.

Warum haben wir zum Beispiel nach all den Jahren immer noch keinen europaweiten Feiertag? Und den müssten wir dann ebenso phänomenal feiern wie die Amerikaner ihren jährlichen Unabhängigkeitstag – zum Beispiel mit eindrucksvollem Feuerwerk in Blau und Gold.

Quelle: jisc.ac.uk

Quelle: jisc.ac.uk

Und was ist mit einem pan-europäischen TV-Sender? Arte ist schön und gut, richtet sich aber schon an ein sehr spitzes Publikum – zudem auch nur in zwei Ländern. Nicht zuletzt ist ein Großteil des Programms nicht mal identisch – was einmal mehr zeigt, wie verschieden die Geschmäcker bereits in Frankreich und Deutschland zu sein scheinen. Womit man sicherlich weite Teile der Menschen erreichen würde: Einen Sender, der zumindest einmal pro Woche zur Prime Time einen echten Blockbuster wie etwa den neuesten James Bond-Streifen ausstrahlt – und zwar als Premiere im Free TV. Ganz schnell würden sich Bürger von Helsinki bis Faro abends vor dem Fernseher versammeln. Und sich vielleicht sogar am nächsten Tag drüber austauschen.

Einer Kollegin schwebte zudem eine EU-App vor. Neben kostenfreien Inhalten wie einer Wörterbuch-Funktion könnte diese insbesondere bei jungen Leuten zum Beispiel täglich mit fünf kostenlosen Song-Downloads von europäischen Nachwuchs-Interpreten aufwarten. DAMIT kriegt man die Leute…

Quelle: flickr.com

Quelle: flickr.com

Und wie sieht es mit der Verständigung aus? Auch wenn wir mit Ryanair und EasyJet für kleines Geld in die Städte Europas jetten können – bei vielen geht die Kommunikation über ein bisschen Small Talk und den Austausch von Klischees kaum hinaus. Das liegt natürlich auch an der sprachlichen Barriere. Warum wird der Englisch-Unterricht also nicht viel mehr gefördert?

Es gibt leider noch zahlreiche Familien, die sich die Klassenfahrt nach Spanien oder England für ihre Kinder nicht leisten können. Auch in meinem Jahrgang konnten einige Schüler zum Beispiel aus finanziellen Gründen nicht mit zum Frankreich-Austausch. Einfache und unbürokratische Hilfen wären da doch ein echter Segen. Ebenso ließe sich die Reisemöglichkeit von jungen Leuten durch eine Belebung des guten, alten Interrails fördern. Da schwebt uns zum Beispiel eine Art Ferienpass für Airlines/Züge und Busse vor. Auch der lässt sich doch herrlich in den EU-Farben branden.

Eine Kollegin regte eine weitere nette PR-Idee beim Thema Kommunikation an. Wer möchte, kann seinen Kontakt in eine Art Lostrommel geben. Er bekommt von der EU eine zufällige Person irgendwo in Europa zugeteilt und startet eine Brieffreundschaft. Für viele wäre das sicher zu altmodisch, aber das Modell ließe sich auch auf eine Art Facebook-App übertragen. Zwei Menschen werden zusammengewürfelt. Und wenn sie sich innerhalb eines Jahres besuchen und ein gemeinsames Selfie auf einer EU-Aktionsseite posten, spendiert ihnen die Union den nächsten Flug! So oder so ähnlich…

Thema Konsum: Regionale Produkte wie Obst, Gemüse oder Spezialitäten zu fördern, ist an sich nicht verkehrt. Aber warum die Endkunden dafür nicht mit ins Boot holen? Zum Beispiel mit einer Art Vorteilskarte. Damit da nicht gleich ein kleiner Wirtschaftskrieg mit Ländern außerhalb der EU entsteht, ließe sich das ja in überschaubarem Rahmen umsetzen. Wer regional kauft, sammelt Punkte und erhält bei einer bestimmten Anzahl einen Gutschein, den er für eine Hotelkette oder eine Zugfahrt im europäischen Ausland einsetzen kann.

Die eine oder andere Idee mag jetzt vielleicht nicht ganz neu sein. Womöglich gibt es sie bereits in der Realität. Dann ist allerdings auch klar: Allzu bekannt kann sie nicht sein. Sonst würden wir so etwas ja alle viel stärker wahrnehmen. Was derzeit viel eher hängen bleibt, ist zum Beispiel der Alleingang der EU beim Thema CETA – völlig egal, ob man für das Handelsabkommen ist oder nicht. Die Krise der EU ist meiner Meinung nach vor allem auch eine PR-Krise. Wäre doch toll, dieser mit einigen BÜRGERNAHEN Aktionen entgegen zu treten.

Ihr habt auch Ideen? Dann lasst sie uns wissen!

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