Deutscher ReiseVerband DRV tagt im Emirat Ras Al Khaimah

Mit rund 600 Teilnehmern ist die DRV Jahrestagung die größte Konferenz der Reise-Industrie. In diesem Jahr traf sich die Branche erstmalig im Emirat Ras Al Khaimah.

Themen waren unter anderem vertriebliche Inhalte wie das neue Pauschalreisegesetz oder die neue Datenschutzverordnung, die die Tourismus-Industrie im kommenden Jahr auf Trab halten werden. Darüber hinaus beschäftigten sich Vorträge und Podiumsdiskussionen mit Dauerbrennern der letzten Jahre – darunter zum Beispiel die Herausforderungen durch die Digitalisierung. Seit geraumer Zeit diskutiert die Branche darüber, wie man auf die nicht-traditionellen Herausforderer aus dem Silicon Valley wie Uber oder airbnb reagieren soll. Dabei lässt sich nicht gerade leugnen, dass die Industrie nach wie vor nach Lösungen sucht. Den Finger in die Wunde legte Ex-Bild-Chef Kai Diekmann, der den Touristikern den Spiegel vorhielt und zum Beispiel den strengen Check-In/Check-Out-Korridor von Hotels zwischen 12 und 15 Uhr anprangerte.

2018 wird das Jahr von rechtlichen Neuerungen – Inhalte der Tagung:

Ebenso einen wichtigen Teil bei den Inhalten stellte das Thema Sicherheit dar, das für Reisende heute zunehmend von Bedeutung ist. Dabei überrascht es nicht, dass insbesondere die großen Veranstalter die Wichtigkeit des klassischen Pauschalurlaubs hervorhoben, der dem Kunden das größte Maß an Sicherheit bietet. Dies kann aber freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei diesem Thema permanent nachgebessert werden muss. So plädierten die Teilnehmer einer Expertenrunde bestehend aus Vertretern von TUI und Dertour zum Beispiel für eine noch engere Abstimmung unter den Reise-Anbietern und auf internationaler Ebene der Länder. Sie fordern zudem seit langer Zeit, dass Reisebüros verstärkt die Handy-Nummern von Kunden abfragen, damit Veranstalter sie im Ernstfall besser informieren können. Die Agenturen wehren sich aber oftmals dagegen, weil sie fürchten, die Veranstalter könnten die Daten für Direktwerbung nutzen.

Gegenwind im Netz – Markenbildung in Zeiten von Shit Storms:

Über die Markenbildung in Zeiten von Hass im Netz berichtete Werbe-Experte Gerald Hensel in einem überaus spannenden Vortrag. Er hatte in einem Tweet vor rund einem Jahr User dazu aufgerufen,  Werbe-Banner von großen Unternehmen auf Websites mit rechtem Inhalt zu screenshotten und sie an die betroffenen Firmen zu tweeten. Was folgte, war ein gigantischer Shit Storm auf sämtlichen Kanälen, der unter anderem zum Absprung von großen Kunden der Agentur, für die er arbeitete, führte. Darüber hinaus bekam er den geballten Hass in sozialen Netzwerken zu spüren und erhielt nach eigenen Angaben schockierende 50 Morddrohungen.

White Party und Sunset in der Wüste – Stilvolle Events am Abend:

Ein umfangreiches Rahmenprogramm der Tagung sorgte dafür, dass sich die etwa 600 Teilnehmer auch außerhalb der Fachveranstaltung gut untereinander austauschen konnten. Besonders positiv im Gedächtnis bleiben wird den Gästen sicherlich die White Pool Party im Hilton Ras Al Khaimah Resort & Spa, zu der die Teilnehmer ihre schönsten weißen Outfits ausführen konnten. Ebenso eindrucksvoll war der Farewell-Abend im Ritz Carlton Al Wadi Desert, das etwas von der Küste versetzt in der Wüste des Emirats liegt und eine imposante Kulisse für den letzten Sonnenuntergang der viertägigen Konferenz bot. Relativ spontan kündigte sich dazu der Scheich von Ras Al Khaimah an, um die Gäste persönlich in seinem Emirat zu begrüßen.

Ein großes Fragezeichen: Wo wird die Tagung im nächsten Jahr stattfinden?

Für Diskussionen sorgte wie bereits im vergangenen Jahr die Frage, ob der Verband beim nächsten Mal in der Türkei meeten wird. Bereits 2016 hatte der DRV vorgehabt, die Tagung in Kusadasi stattfinden zu lassen. Die Vereinigung sagte das Event ab und verlegte sie kurzerhand nach Berlin, hatte aber angekündigt, Kusadasi zum Austragungsort für 2018 zu machen. In der Entscheidung steckt viel Zündstoff und der DRV kann nur schwer entscheiden, ohne einzelne Player im Markt zu verärgern. Während einige Branchenvertreter aus eigener politischer Überzeugung gegen ein Treffen in der Türkei sind, halten insbesondere die großen Veranstalter daran fest, ihre Touristiker-Kollegen in dem Land zu unterstützen. Das Thema Tagung und Türkei wird auch die kommenden Monate sicher noch für viel Kontroverse sorgen.

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